Für alle, die mit Tai-Chi, Bagua, Qi –Gong oder Nei-Gong beginnen
„Der Lehrer zeigt dem Schüler das Tor,
der Schüler schreitet durch das Tor.“ ( Bruce Frantzis)
Das schönste und beste Tor nützt nichts, wenn es nicht benutzt wird.
Die Übungen sind die Tore und ein guter Lehrer zeigt dir welche gut für dich sind. Jedoch sie zu durchschreiten, das ist die Aufgabe des Schülers.
Übe regelmässig und mit Freude.
Wähle einen Zeitpunkt und einen Ort, wo du dich wohl fühlst und nicht gestört wirst.
Wichtig ist es häufig zu üben, lieber täglich, auch wenn es nur kurz ist.
Konzentriere dich auf einen Kurs, bis du die Elemente, die dort unterrichtet werden, verinnerlicht hast. Dann hast du eine solide Grundlage, wenn du dich anderen Kursen mit spezifischeren Themen zuwendest.
Mit der Zeit wirst du durch die Übung beginnen dich auf verschiedenen Ebenen tiefer und intensiver wahrzunehmen. Du wirst dich lebendiger, frischer, wacher und leichter fühlen. Deine Leistungsfähigkeit wird zunehmen und du wirst sensibler für immer subtilere Bereiche deines Wesens. Je mehr du von dir wahrnimmst, weil du bewusster und lebendiger wirst und je mehr du deinen Körper zu fühlen beginnst, desto mehr wirst du Dinge erkennen, fühlen, erfahren, die sowohl angenehm und schön, als möglicherweise auch unerfreulich, hässlich oder schmerzhaft sein können. Dies bedeutet jedoch nur, dass du mehr fühlst und nicht, dass die Übungen jenes erzeugen, sofern du die folgenden Punkte beachtest.
Die 70% Regel
Die wichtigste Regel, die es bei allen Übungen zu beachten gilt, ist die 70%-Regel.
Keine Bewegung wird zu 100% ausgeführt.
Dies bedeutet, dass du nichts bis zu dem Punkt tun bzw. üben sollst, wo es für dich physisch, energetisch, emotional oder mental anstrengend wird.
Anfangs wirst du noch nicht fühlen, wann du diese Grenze überschreitest und permanent zu viel machen. Sobald du einen Punkt erreichst, wo Anstrengung, Unwohlsein, Spannung, Verkrampfung oder Schmerz auftritt, bist du bereits bei 100% deiner Kapazität. Wann immer du diesen Zustand fühlst, bist du zu weit gegangen. Mach einfach das nächste Mal weniger.
Dich langsam zu bewegen erlaubt dir zu erkennen, wann du dich deiner 100% Marke näherst und gibt dir die Möglichkeit rechtzeitig zu stoppen oder mit der Intensität herunterzufahren.
70% nicht zu überschreiten wird es dir ermöglichen Körper und Geist zu entspannen, so dass diese sich öffnen und weiten können.
Je entspannter du bist, desto mehr Energie wird fliessen und dich beleben.
Perfektion, das Hindernis auf dem Weg zum Glücklichsein
„Du hast die Wahl. Du kannst perfekt sein oder du kannst glücklich sein.“ ( Bruce Frantzis)
Das besondere an diesen Künsten ist ihre positive Wirkung von Anfang an. Das Streben nach Perfektion in jeder Bewegung ist nicht der schnellere Weg. Die Nerven entspannen sich, wenn die Ausführungen mühelos sind und voller Freude. Dann kann der Körper das Geübte viel besser aufnehmen und umsetzen.
Perfektion macht Stress.
Übe was auch immer du noch weisst, auch wenn du nicht sicher bist es genau richtig zu machen.
Solange deine Knie nicht schmerzen wird alles was du übst von Nutzen sein.
Selbst wenn du etwas falsch übst, war es nicht vergebens. Vergleiche was du geübt hast, mit dem was in der nächsten Stunde unterrichtet wird und verändere es.
Es ist wichtig Fehler zu machen.
Jedes Mal, wenn du zum Unterricht kommst, wirst du neue Teile erlernen, Korrekturen erhalten oder an gewisse Dinge erinnert werden.
Übe das, was du schon weisst und schon sehr bald wirst du einige Elemente haben, an denen du arbeiten oder viel besser mit denen du spielen kannst. Auf diese Weise wirst du mit Sicherheit Fortschritte erzielen.
Sehr bald wirst du bemerken, dass du dich nach jeder Stunde an mehr Dinge erinnerst. Zudem wirst du in der Lage sein diese Elemente präziser und besser ausführen zu können.
Sei lieb zu dir und dein Leben wird glücklicher und gesünder sein.

